Welche dieser Herausforderungen aktuell am ehesten zutrifft, lässt sich mit dem Karriere-Finder in wenigen Minuten für die eigene Situation einordnen.
Karriere-Finder: Ihr persönliches Karriere-Profil in wenigen MinutenViele Führungskräfte gehen davon aus, ihr größtes Problem auf dem Weg zur nächsten Rolle sei der Arbeitsmarkt. In der Praxis liegt es bei den meisten Führungskräften, die ich begleite, woanders. Auswertungen des Karriere-Finders von Nutzerinnen und Nutzern aus Logistik, Intralogistik und Supply Chain Management zeigen, wo die größten Herausforderungen in der Bewerbungsphase tatsächlich liegen. An der fachlichen Leistung zweifelt dabei fast niemand. Der Zweifel entsteht dort, wo die eigene Positionierung nach außen unklar bleibt. Die folgenden fünf Punkte lassen sich einzeln prüfen und geben damit eine erste Orientierung, an welcher Stelle sich ein genauerer Blick am meisten lohnt.
Was hindert Führungskräfte in Logistik und SCM wirklich an der nächsten Rolle?
Am häufigsten sind es fünf wiederkehrende Herausforderungen: Unklarheit über den richtigen nächsten Schritt, zu wenig passende Vakanzen im aktuellen Markt, ein zu kleines oder zu inaktives Netzwerk, fehlender Zugang zum verdeckten Stellenmarkt sowie Bewerbungsunterlagen, die modernen KI-gestützten Auswahlverfahren nicht standhalten.
Diese fünf Punkte stammen nicht aus einer allgemeinen Umfrage, sondern aus den Antworten von Nutzerinnen und Nutzern des Karriere-Finders selbst, die ihre eigene Situation in Logistik, Intralogistik und Supply Chain Management einordnen. Sie zeigen ein auffälliges Muster: Selten ist die fachliche Eignung das eigentliche Problem.
Bemerkenswert ist dabei weniger der einzelne Punkt als die Häufung: Fast alle dieser Hürden entstehen vor der eigentlichen Bewerbung, nicht während des Auswahlprozesses selbst. Wer sie erst bemerkt, wenn eine Bewerbung bereits abgeschickt ist, hat entsprechend wenig Möglichkeiten, noch gegenzusteuern.
Warum ist die eigene Positionierung oft die größere Hürde als fehlende Vakanzen?
Unklarheit über den passenden nächsten Schritt wiegt in der Praxis schwerer als ein tatsächlicher Mangel an Vakanzen. Wer selbst nicht genau weiß, welche Position als Nächstes infrage kommt, kann diese Klarheit auch gegenüber Unternehmen und Netzwerk nicht vermitteln, selbst wenn passende Positionen vorhanden wären.
Ein zu wenig ausdifferenziertes Zielbild wirkt sich dabei doppelt aus: Es erschwert die eigene Suche und macht es gleichzeitig für andere schwerer, an die passende Person zu denken, wenn eine Vakanz entsteht.
Der Eindruck, der Markt biete zu wenig passende Vakanzen, entsteht deshalb häufig als Folge der eigenen Unklarheit, nicht als deren Ursache. Wer sein Zielbild schärft, entdeckt oft mehr passende Positionen, als zuvor sichtbar waren.
Warum entscheidet das eigene Netzwerk mit über den Zugang zu neuen Positionen?
Bis zu 80 Prozent der Führungspositionen werden nie öffentlich ausgeschrieben. Wer dort über sein Netzwerk nicht sichtbar ist, verpasst die Chance auf eine Position häufig, bevor sie überhaupt öffentlich entsteht. Ein zu kleines oder zu inaktives Netzwerk ist deshalb kein Randthema, sondern eine der größten Hürden in der Bewerbungsphase.
Zugang zum verdeckten Stellenmarkt entsteht selten zufällig. Er baut sich über Jahre auf, durch Sichtbarkeit im eigenen Fachgebiet, gepflegte Kontakte und eine Positionierung, die auch ohne aktive Jobsuche im Hintergrund weiterwirkt.
Wer erst dann anfängt, sein Netzwerk zu aktivieren, wenn eine konkrete Vakanz gesucht wird, startet damit spürbar später als jemand, der diese Sichtbarkeit bereits kontinuierlich gepflegt hat.
Warum müssen Bewerbungsunterlagen heute auch für KI-gestützte Auswahlverfahren funktionieren?
Viele Unternehmen setzen inzwischen KI-gestützte Verfahren ein, um eingehende Bewerbungen vorzusortieren. Unterlagen, die nur auf eine menschliche Lesart ausgelegt sind, werden in einem solchen Verfahren teils aussortiert, bevor überhaupt eine Person sie gesehen hat, unabhängig von der tatsächlichen fachlichen Eignung.
Das betrifft vor allem Struktur und Wortwahl: Klare Positionsbezeichnungen, nachvollziehbare Verantwortungsbereiche und konkrete Ergebnisse werden von solchen Systemen zuverlässiger erfasst als freie, assoziative Formulierungen.
Wer seine Unterlagen zuletzt vor einigen Jahren überarbeitet hat, sollte sie deshalb nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell neu prüfen, unabhängig davon, wie überzeugend sie für eine menschliche Leserin oder einen menschlichen Leser bereits wirken.
Woran lässt sich erkennen, welche dieser Hürden aktuell am stärksten wirkt?
Am zuverlässigsten zeigt sich das über die eigenen Reaktionen von außen: Bleibt eine Bewerbung unbeantwortet, kann das auf KI-feste Unterlagen oder ein unklares Zielbild hindeuten. Kommen zu wenige Gelegenheiten überhaupt zustande, liegt die Ursache eher im Netzwerk oder im Zugang zum verdeckten Stellenmarkt.
Wer diese Signale einzeln betrachtet statt sie pauschal auf den Arbeitsmarkt zurückzuführen, kann gezielt an der tatsächlichen Ursache arbeiten, statt Energie in Anpassungen zu stecken, die das eigentliche Problem nicht berühren.