Mit dieser Episode startet ein neues Format: die erzählte Karriere-Story. Es geht um die beruflichen Hintergründe von Personen in Top-Führungspositionen, auf C-Level-, Geschäftsführungs- und Vice-President-Ebene. Häufig ist es nichts anderes als eine strategisch geplante Demontage, manche sagen auch „Absägen von Führungskräften“. Sie hören die Geschichte von Jörg, einem erfahrenen Top-Manager im Supply Chain Management, von seinem Werdegang bis zum bitteren Ende bei seinem Arbeitgeber.
Transkript
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von ALLES WIRD deinem Leadership-Karriere Podcast für Logistiker. Mein Name ist Christian Runkel, Dein Mentor wenn es um Karriergestaltung und Leadership in Logistik, Intralogistik und Supply Chain Management geht! Ja heute möchte ich mit einem neuen Format im Karriere-Podcast beginnen. Das ist das Format der erzählten Karriere-Story. Wer meine Beiträge auf LinkedIn regelmäßig verfolgt, er sieht auch dass ich ab und an unter dem Titel der Karrierestory in sogenannten Slides die Geschichten um es mal so zu nennen und den Begriff der Story etwas entgegenzukommen immer wieder über die tatsächlichen Situationen von Mentees Berichte natürlich anonym teilweise logischerweise auch mit anderem Namen.
Das sind übrigens die Post zum Beiträge, mit den höchsten Klickzahlen. Es ist sicherlich eine Kombination aus attraktiven Slides und der inhaltlichen Story dahinter aber darum soll es heute nicht gehen. In den vergangenen Monaten wurde ich immer mal wieder darauf angesprochen ob es nicht möglich wäre diese Karriere-Stories etwas ausschürlicher darzustellen weil sie doch ganz interessant sind und man noch das ein oder andere daraus lernen kann Zum Beispiel in regelmäßigen Podcast-Episoden. Nun habe ich etwas länger darüber nachgedacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, versuchen kann ich es ja mal.
Insofern geht es in dieser Episode um die erste Karriere Story eine Karrierestory, die ich in den letzten Monaten immer wieder gehört habe und somit eine hohe Relevanz hat. Also bleibt dran! bei der Darstellung und Erzählung, der ersten Karriere-Story. Und zwar die von Jörg. In dieser Karrierestory geht es zugegebenermaßen um die beruflichen Hintergründe von Personen in Top Führungspositionen also auf C Level Ebene oder Geschäftsführungsebene aber auch Eispräsidentebene. Das ist auch der Hintergrund, warum ich diese Episode die Demontage von Topführungskräften genannt habe.
Denn häufig ist es wirklich nichts anderes als eine strategisch geplante Demontages – manche sagen auch ganz einfach Absägen von Führungskriften! Transformationen und Restrukturierungen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Krisensituation sind häufig mit Kostenreduzierung verbunden verbunden mit Zusammenlegung von Hierarchieebenen beziehungsweise der Abschaffung ganzer Hierarchievebene. Dieses Phänomen ist natürlich auch in der Logistik angekommen und zwar erkennbar, mit einer ganz konkreten Situation. noch nie gab es so viele Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind und das Vielfach nicht freiwillig.
Dabei wird von Arbeitgeberseite mit allerlei Methoden, manche nennen es auch juristische Tricks gearbeitet um sich von den Führungskräften zu trennen. Nicht selten enden solche genialen Schachzüge der Arbeitgebers dann aber in juristischen Auseinandersetzung Ganz einfach Weil trotz der scheinbar tollen Idee doch ganz einfache juristische Fehler gemacht werden. Man glaubt dazu auch noch im wahrsten Sinne des Wortes, im Recht zu sein und auf der anderen Seite nun ja Unwissenheit Eitelkeit Und Gutgläubigkeit sind drei zentrale Gründe, warum Selbsttop-Manager mit langjähriger Erfahrung in die Arbeitsrechtsfälle tappen können.
Das ist auch ein kleines Stück Resimee von Christoph Abeln. Christoph Abelln is einer der renommiertesten Arbeitsrechtsanwälte der Topmanager sozusagen in juristischen Auseinandersetzungen begleitet. Ja, und genau darum geht es auch in der Story von der ich euch heute berichten möchte. Dann steigen wir mal ein in diese besondere Karriere-Story. Als Jörg seinen Vertrag als Geschäftsführer entgegenahm tat er zunächst das einzig Richtige Er bat um eine Nacht Bedenkzeit. Man willigte zu, gab ihm den Vertrag mit.
Aber statt das Angebot von einem versierten Arbeitsrechtler einer Prüfung zu unterziehen, lud er seine Familie abends dann zum Essen ein und man feierte bis weit in die Nacht den Sieg der Ausdauer wie Jörg es nannte und wir mir dann auch später berichtete, dieser Begriff kam dann noch öfter in unseren Gesprächen vor. Ja was Jörgg nicht bedachte war dass die Bestellung zum Geschäftsführer ihn von allen Aufgabenrechten und Pflichten aus dem bisherigen Arbeitsvertrag löste.
Also er wusste es, aber nicht so richtig. und ja da sind wir wieder bei dem drei Begriffen die ich vorher genannt hatte. Ein Geschäftsführer hat keinen Kündigungsschutz, kein Anspruch auf Boni oder andere Bezüge wenn er ein richtiger echter Geschäftsführer ist. Einen Geschäfts-Führer isst jederzeit kündbar. Er agiert ohne Sicherheitsnetz Dass das Unternehmen seinen Sturz beabsichtigte nämlich Jörg unter umgehe und jeglicher Fristen loszuwerden, sollte mit seiner Beförderung verschleiert werden. Was dann auch gelang?
Denn drei Monate nach der Berufung zum Geschäftsführer erfolgte die Kündigung! Aber sein Arbeitgeber hatte einen entscheidenden Fehler gemacht – doch was war passiert?! Die Wahrheit lässt sich relativ schnörkelos erzählen und dafür müssen wir ein Stück weit in die Vergangenheit zurückgehen. Jörg trat vor achtzehn Jahren in das Unternehmen ein, über all die Jahre hat sich Jörgg im Unternehmen sehr gut Schritt für Schritt weiterentwickelt. nach seinem Studium startete Jörr als Projektmanager in der Produktionsplanung.
dann folgte schnell die erste Führungsaufgabe im Bereich der Logistik. Mit der Einführung einer Supply Chain Organisation kam dann der nächste Karriere Schritt. Nachdem Jörg die neue Organisationsstruktur auch in drei weiteren Ländern, in denen das Unternehmen tätig war, implementiert hatte, erfolgte die Beförderung zum Head of Global Supply chain Management – hört sich doch schon mal gut an! Dass Jörgg einige Kündigungswellen Zeit in dem Unternehmen war, sogar unbeschadet überstanden hat. Dass er sogar jeweils davon profitiert hat mit den Beförderungen indem man ihm halt eben immer den nächsten Step vertraglich angeboten hatte ließ ihn eine gewisse Unbekümmertheit so herum wachsen.
Er ist halt ein Netzwerker, erzählt er mir und ich vermeide gleichsam alle möglichen Konfliktsituation. Ja das war so seine Begründung für seinen bisher eleganten Weg im Unternehmen. In der Corona-Zeit schlitterte sein Arbeitgeber in eine erste wirtschaftliche Krise. Das Ergebnis? Zwei Geschäftsführer mussten das Unternehmen verlassen. Es wurden so genannte Krisen und Turn-Around Manager auf der C Level Ebene engagiert, also einmal komplett ausgetauscht die C Level Ebene. Somit verlor Jörg auch einen vertrauten Förderer, der ihn jahrelang begleitet hatte auf seinem Karriereweg.
Mit anderen Worten, Jörgg bekam ganz einfach einen neuen Vorgesetzten. Entwicklung war Jörg eigentlich schon von vornherein klar, dass sie in einer anderen Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem neuen Vorgesetzten erwartete anders als es vorher Mitte vertrauten Personen war. Nach ca. sechs Monaten der Zusammenarbeit hatte Jörgg das Gefühl ,dass ich die Zusammenarbeit nun ein bisschen ernannte ist eingeruckelt hatte . Und es war für ihn okay so wie es jetzt war Auch wenn ihm manche Verhaltensweisen von seinem neuen Vorgesetzten etwas merkwürdig vorkamen, auch in der Tonalität.
Was ihn jedoch dann erstmals richtig nachdenklich machte war die Tatsache dass sein neuer Vorgesetzter innerhalb der ersten sechs Monate drei Personen von seinem ehemaligen Arbeitgeber mit ins Unternehmen brachte dass alles auf Schlüsselpositionen, die vorher von langjährigen Mitarbeitern besetzt waren. Jörg hatte dann das Gefühl, dass sich so langsam zwei Parteienblöcke im Unternehmen bildeten – die alte und neue Führungsstruktur oder – dazu komme ich gleich nochmal – die Alte- und Neueführungskultur. Noch ein paar Worte zum Unternehmen.
Das Unternehmen ist im mehreren Ländern tätig, beliefert mit spezieller Maschinenbautechnik unterschiedlichste Großkunden. Ein typisches mittelständisches Unternehmen mit ca. ich glaube es waren zweitausend Mitarbeiter. Das Unternehmen ist spezialisiert in der technologischen Entwicklung für Speziallösungen auf individuellem Kundenwunsch. Man ist insofern dann auch fit im Projektmanagement, sehr straff organisiert in den Teams und es ging schon immer um Chains Prozesse, um Weiterentwicklungen. Doch jetzt wurde von der neuen Geschäftsführung nicht die Zeit der Chains-Prozesse ausgerufen sondern die Zeit.
Aber auch das beunruhigte Jörg nicht, denn schließlich hatte er schon mehrere solcher Unternehmensphasen durchgemacht und erfolgreich überstanden wie sein bisheriger Karriereweg zeigt. Und dann passierte es eines Tages im Jurfix mit seinem Vorgesetzten. Beim Vorgesetzter begann das Gespräch mit der Aussage Ich habe heute außerordentlich gute Nachrichten für Sie! Wie Sie wissen, werden wir eine Produktionsstätte in Deutschland schließen. Im Rahmen der Transformation haben wir beschlossen die Bereiche Produktionen zu Plychane näher aneinanderzuführen. Konkret bedeutet dies – Wir führen die beiden Bereiche tatsächlich organisatorisch zusammen.
und jetzt kommt die gute Nachricht für sie! Wir werden diese Bereiche zusammenführen und Ausgliedern in eine eigene Gesellschaft, in eine komplett neue GmbH. Und wir haben beschlossen dass sie der Geschäftsführer dieser Gesellschaft werden sollen. Denn schließlich sind Sie hier in der Produktion groß geworden und haben unsere Logistik und das gesamte Supply Chain Management in den letzten Jahren auf Vordermann gebracht. Das muss gewürdigt werden! Die gesamte Unternehmenskultur hatte sich auch ein Stückchen verändert vom kreativen Workspace, so wie Jörg es nannte hin zu strengen Richtlinien und ständiges kleinteiliges Reporting an Vorgesetzte.
Das ist eher die Regel geworden als die Ausnahme. Auch die Fluktuation ist in den letzten Monaten beachtlich geschieden. Leider kommen Managern, die mit einem Geschäftsführervertrag gelockt werden häufig kein Nein über die Lippen. Sie sind stolz sie fühlen sich gesehen geachtet so wie bei Jörg. So wie bei jörg die Emotionen sozusagen überwogen und die endlich geschafft Karriere perfektioniert wurde Mit dem Ergebnis ertrat die Position an Erhielt dann drei Monate später die Kündigung.
Deshalb rate ich immer wieder zur Vorsicht und genauer Prüfung von Angeboten dieser Art Nichts unterschreiben, nichts vorzeitig tun. Im Fall von Jörg klagte sein Anwalt auf Unwirksamkeit der Kündigungen. Er wies nach dass die Kriterien eines leitenden Angestellten im vormaligen Anstellungsvertrag nicht erfüllt waren Denn der Arbeitgeber hatte es versäumt, den vorherigen Vertrag eines Angestellten zu beenden und berief sich darauf, dass auch hier – nachdem er erkannt hat, dass er ihn nicht gekündigt hatte – das tut ja nichts zur Sache.
Weil er sei auch dort schon leitende Angesteller gewesen. Das Thema der Geschäftsführung und Kündigung war unstrittig aus den Gründen die ich vorher erläutert hatte. Also das Ergebnis war, Jörg ist Geschäftsführer geworden und hatte aber noch zwei Verträge und das rettete ihn. Den einen Vertrag als Geschäftsfeuerer hat das Unternehmen gekündigt, aber der andere Vertrag lief weiter. Aufgrund der Unternehmenskultur und Hintergründe bestanden zudem rechtliche Bedenken, ob er nicht eher so eine Art Scheingeschäftsführer ist.
Ja und letztendlich kam es dann zu einem Vergleich dem Jörg dann zustimmte und der auch für ihn recht übig ausfiel. Heute ist ständige Rechtsprechung, dass mit Abschluss eines Geschäftsführervertrages das Arbeitsverhältnis entsprechend aufgehoben wird wenn es vorher im angestellten Verhältnis bestand. Ein Anspruch auf Abfindungen gibt es dann natürlich nicht! Es sei denn man hat es vorher vereinbart. auch diese Möglichkeiten gibt es. Mein Fazit und Tipp für dich Prüfe sorgfältig, ob durch vertragliche Regelungen zumindest ein Teil der Arbeitnehmerrechte gesichert wird.
Zum Beispiel durch eine Rückkehroption in einer angestellten Position oder Bewahrung des vorherigen verdienten Schutzstatus als Angestellter. Zudem sollte auch das Haftungsrisiko die ein Unternehmen für seine Leitenden Angestellten abschließen kann, eingeschränkt werden. Die Benennung zum Geschäftsführer in einer anderen Konzerngesellschaft neben dem bestehenden Arbeitsverhältnis – das haben wir jetzt nun heute gelernt – kann von Vorteil sein wenn man es vertraglich richtig gestaltet. Aber auch in allen anderen Fällen. Wenn nicht nur Um Sea Level Verträge geht, rate ich immer Verträge sorgfältig prüfen und überprüfen lassen.
Ja das war die Geschichte von Jörg! Wenn du jetzt deinen nächsten Karriere Schritt erfolgreich nutzen willst dann lass uns darüber sprechen wie der für dich maßgeschneiderte Weg aussehen kann. Wir schauen uns die Hintergründe und erste mögliche Schritte gemeinsam an, damit du Smart deine Ziele erreichen kannst. Auf der Seite christian-runkel.de slash Termin suchst Du Dir den für Dich passenden Termin für ein Karriereorientierungsgespräch aus! Die Links dazu und alle weiteren Informationen zur Kontaktaufnahme findest Du in den Show Notes auf meiner Webseite oder ganz einfach auf meinem LinkedIn Profil.
Ich verabschiede mich jetzt mit einem herzlichen Be-Branded. Ich freue mich, wenn du bei der nächsten Karriere Show wieder dabei bist. Bis dahin denkt daran! Deine Career Brand macht den Unterschied. Dein Christian Verunkel.
Vom Zuhören zum nächsten Karriereschritt.
Die Episoden geben Impulse. Im persönlichen Gespräch entwickeln wir daraus Ihre konkrete Strategie.