Der Blick auf das kommende Karrierejahr gehört im Herbst zur festen Tradition bei ALLES WIRD. Grundlage dieser Episode sind knapp 40 Interviews mit Entscheidern und Personalern aus der Logistik sowie eine begleitende Umfrage zu Einstellungsquoten und gesuchten Profilen. Christian Runkel ordnet ein, wie sich der Arbeitsmarkt 2026 verändert, welche Positionen besonders gefragt sind und warum Erfahrung allein nicht mehr reicht. Wer überlegt, ob ein Arbeitgeberwechsel im kommenden Jahr eine realistische Option ist, bekommt hier die wichtigsten Einordnungen und typische Bewerbungsfehler zum Vermeiden.
Transkript
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Herzlich willkommen zu einer neuen Episode bei ALLES WIRD, dem Leadership Karriere Podcast für Logistiker. Schön, dass du wieder dabei bist oder vielleicht auch zum ersten Mal eine Episode aus diesem Podcast hörst. Ja, und richtig, du hast lange nichts mehr von diesem Podcast gehört. Genauer gesagt, waren es jetzt circa 3 Monate Sendepause. Wow, Aber eine Sendepause, die notwendig war. Der Hintergrund dazu: Ich habe den Sommer für die Entwicklung neuer Mentoringkonzepte, Methoden und auch Formate genutzt.
Ja, und mit dieser Episode möchte ich wieder wie gewohnt einsteigen. Einsteigen mit einem Blick in die Zukunft. Eine Zukunft, die bereits in zirka zweieinhalb Monaten beginnt, nämlich mit dem Jahr 2026. Fleißige Hörer dieses Podcasts werden sich daran erinnern, dass ich jedes Jahr einen Blick auf das darauffolgende nächste Karrierejahr werfe und der Herbst ist immer ein guter Zeitpunkt. Warum? Üblicherweise ist jetzt genau die Jahreszeit, in der die meisten beginnen, über ihre aktuelle Situation im Job nachzudenken.
Dabei beschäftigen sie sich dann mit den klassischen Fragen. Wo steh ich grade? Sind dein Arbeitgeberwechsel und dein nächster Karriereschritt eine realistische Option fürs nächste Jahr? Okay, aber bist du dir auch im Klaren, was dich 2026 auf dem Arbeitsmarkt der Logistik erwartet? Die Spielregeln in der Logistik verändern sich rasant. Was du dazu unbedingt wissen musst und wie du klassische Fehler im Bewerbungsprozess vermeidest, darüber will ich heute sprechen. Also, bleibt dran und gespannt.
Lass uns mal in der klassischen Problembeschreibung einsteigen. In den letzten 2 Jahren hat sich der Markt komplett neu sortiert, so kann man es fast bezeichnen. Technologien, Nachhaltigkeitsziele, geopolitische Risiken verändern sich zunehmend, teilweise auch immer schneller und mit verschiebenden Wirkungen. Es stellt sich die Frage, was bedeutet das? Welche Jobs entstehen, welche verschwinden vielleicht und vor allen Dingen, welche Fähigkeiten sind zukünftig entscheidend? Nach meiner Wahrnehmung ist grade 2025 ein Jahr, in dem deutlich wird, welche Auswirkungen diese Entwicklung für den Arbeitsmarkt haben.
Wir haben in den letzten 6 Monaten laufend von kriselnden Unternehmen und Personaleinsparprogrammen gelesen, die in Summe nicht selten in die Tausende gehen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf alle Segmente der Logistik und Intralogistik. Geht's der Industrie und dem Handel schlecht, kommen die Folgewirkungen für die Logistik erst mit einigem Zeitverzug. Die meisten Logistiker wissen, dass sich etwas verändert. Aber nur wenige verstehen wirklich, was das konkret für ihre Karriere bedeutet. Viele stecken in ihren klassischen Denkstrukturen und Mustern fest.
Ich bleib in meiner Nische, da kenn ich mich aus. Neue Führungspositionen ergeben sich irgendwann, wenn man lange genug wartet, bis das passende Angebot kommt. Mein Werdegang und meine Erfahrung sprechen doch für sich. Das sind vielfach Aussagen, die ich immer wieder höre. Doch die Wahrheit ist, das reicht nicht mehr. Der Arbeitsmarkt 2026 wird sich nicht mehr nur an Erfahrung orientieren, sondern an Kompetenzen, Lernfähigkeit und Anpassungsvermögen. Das eigentliche Problem ist also nicht der Wandel, sondern das fehlende Bewusstsein, was dieser Wandel für dich, für dich persönlich bedeutet und wie du ihn positiv für dich nutzen kannst.
Vielleicht fragst du dich jetzt, woher weiß der das? Nun, ich habe in den letzten Monaten wieder einmal fast 40 Interviews mit Entscheidern und Personalern aus der Logistik geführt und hab dazu auch vorher eine Umfrage gemacht. Zentrales Thema war die Entwicklung der Einstellungsquoten, also der erwarteten Einstellungsquoten, gesuchten Profile und Erwartungshaltung an neue Führungskräfte. Die wesentlichen Ergebnisse, natürlich wie gewohnt mit den wichtigsten Tipps, stelle ich dir jetzt kurz vor. Natürlich gebe es dazu noch so viel mehr zu sagen, aber glaub mir, das würde den Rahmen dieser Episode deutlich sprengen.
Also, lass uns mal auf die wesentlichen Punkte eingehen. Punkt Nummer 1, wie sich der Arbeitsmarkt verändert hat. So im Vergleich, sagen wir mal, von 2024 zu 2025. In den letzten 12 Monaten ja, hat sich der Markt in der Logistik tatsächlich stark verschoben. Fachkräfte werden immer noch gesucht, seltener nicht mehr überall gleich. Besonders gefragt sind heute, nennen wir sie mal, digitale Steuerungsfunktionen in Supply Chain, Transport Management und der Intralogistik IT. Zudem rücken in den letzten Monaten Sales-Funktionen aller Richtungen mehr in den Fokus.
Eine typische Recruiting-Reaktionen in Krisenzeiten. Hunting ist dabei das Stichwort der Stunde, das Stichwort dessen, was gesucht wird. Alle suchen lukrative Kunden, aber wo sollen die bei der Krisenstimmung bitte herkommen? Also verstärkt man die Sales und Business Development Teams und Key Account Teams und und und nach dem Motto: 'Wer viel jagt, wird viel kriegen.' Gleichzeitig rücken klassische operative Positionen in den Hintergrund, wenn sie sich nicht gerade digital erweitern oder Ich sag mal, gravierende neue Themen, I.T., wie auch immer, anstehen.
Also, wenn du dich beruflich weiterentwickeln willst, lohnt sich der Blick auf Schnittstellenfunktionen, in den Technik, Prozesse und Menschen zusammenkommen. Zweiter Aspekt: Lass uns mal in die Jobfelder mit Zukunft blicken. In Zukunft heißt 2026. Und für 2026 zeichnen sich nach meinen Gesprächen klare Wachstumsfelder ab und du kannst dich schon heute darauf vorbereiten. Was sind das für Felder? Erstens, nochmal digitale Supply Chain Steuerung. Rollen wie Control Tower Manager, Data Analyst und so weiter werden Kernfunktionen.
Aber auch SAP wird eine Renaissance erleben, das sagen mir die Experten. Wie schon erwähnt, alles rund um Business Development und der Entwicklung von individuellen Kundenlösungen. Dabei gerät bei der Implementierung auch wieder das Projektmanagement mehr und mehr in den Mittelpunkt, aber das ist erst die nächste Phase. Erst wird gehantet und dann wird der Bär zerlegt in einem klaren Projektmanagement. Weitere Punkte Automatisierung und Robotics Experten, die Techniken einführen und Veränderungen managen. Es geht weniger um die Entwicklung an sich, da werden die Schritte, sagen wir mal, kleiner.
Und ein weiterer wichtiger Aspekt: Leadership in Transformation, also Führungskräfte, die Wandel begleiten können, nicht nur administrieren. Wenn du dich gezielt in einem dieser Felder positionierst, Erhöhst du deine Attraktivität am Markt deutlich? Kommen wir mal zum nächsten Punkt: Das neue Anforderungsprofil für Logistiker. Also, um ehrlich zu sein, so neu ist es nicht, aber bestimmte Facetten treten stärker in den Vordergrund. Ich beschreib's mal so: In Zukunft reicht es nicht mehr, Prozesse zu kennen.
Du musst in der Lage sein, sie zu gestalten und übersetzen zu können. Die wichtigsten Fähigkeiten, die damit verbunden sind für die nächsten Jahre, sind das Datenverständnis, heißt Entscheidungen auf Faktenbasis stärker zu treffen. Da hilft auch das Thema KI Kommt aber auch noch mal in einem späteren Punkt. Das Thema Kommunikationsstärke ist nicht neu, geht so in die Richtung, komplexe Themen verständlich zu machen und das besonders bereichsübergreifend. Also über den Tellerrand schauen, andere mitnehmen und nicht mehr nur im eigenen Brei schwimmen.
Führung ohne Titel heißt Einfluss nehmen, Teams entwickeln, Veränderung fördern ohne groß zu gucken, was hab ich denn für ein Titel, was hab ich denn für eine Rolle und was für ein Ansehen hab ich damit und und und. Sondern es geht wirklich mehr um das Thema Führen in another Style. Das Thema Digital Mindset ist ein Thema, was Immer mehr gefragt oder auch hinterfragt wird. Dazu gehören dann das Mindset im Hinblick auf KI Automatisierung, Plattformlogik und und und und zwar dies zu verstehen und auch pragmatisch einzusetzen.
Was heißt das? Dein Profil sollte also nicht nur zeigen, was du getan hast, sondern wie du denkst und handelst. Alle die, die bei mir im Mentoring Waren oder sind, wissen ja genau, das ist eines der Kernthemen, die wir immer herausarbeiten. Kommen wir zum nächsten Punkt: Marktrelevante Karriereziele formulieren. Was heißt das? Viele setzen sich Karriereziele, die schön klingen, aber den Markt irgendwie ein Stück weit doch ignorieren. Statt ich will Bereichsleiter für X.
Y. werden, frage dich, welche Rolle bringt mich dorthin, wo Wachstum entsteht? Interessante Frage, oder? Ein marktrelevantes Ziel könnte zum Beispiel klingen: Ich will in den nächsten 3 Jahren Verantwortung im Bereich X. Y. übernehmen, weil Unternehmen dort grade massiv investieren. Heißt also hier ganz klar: Ausrichtung am Markt, an Entwicklungen, an technologischen, an wirtschaftlichen, an betriebswirtschaftlichen Entwicklungen. Was du tun musst, ist letztendlich das Thema Verantwortung. Was umfasst das genauer für dich definieren? Mein Tipp hierzu: Lies regelmäßig Branchenberichte, achte auf neue Rollenbezeichnung in Jobportalen, formuliere Ziele.
die Anschluss an Markttrends haben, nicht an alten Hierarchien, an alten Strukturen und immer den, was ist die logische Folge meines jetzigen Jobs, meiner jetzigen Rolle, wenn ich an Karriereentwicklung denke. Der nächste Punkt, den auch alle meine Mentees kennen, deine Karrierestory entwickeln und zwar jetzt Neuerdings verstärkt setze ich auch die Star-Methode ein. Denn wenn du 2026 überzeugen willst, brauchst du keine lange Liste an Aufgaben, sondern eine klare Karrierestory, die berührt klare Aussagen trifft, die am Markt ausgerichtet ist.
Eine Story, die zeigt, wer du bist, was du kannst und wohin du willst. Und wie gesagt, dafür eignet sich die Starmethode, ein Strukturprinzip, das du aus Bewerbungsgesprächen vielleicht kennst und dass du insbesondere auch in Bewerbungsgesprächen einbringen kannst, wenn du von deiner Erfahrung von Projekten erzählst. Und dahinter steckt 'ne ganz einfache Struktur hinter Star, also S. Situation. Beschreibe also ganz klar den Kontext oder die Herausforderung, die du bewältigt hast. T. Task. Schreibe B.
schreibe die ganz konkrete Aufgabe oder auch Rolle, die du übernommen hast. A. für Action, sag ganz konkret, was du getan hast, um das Problem zu lösen oder das Ziel zu erreichen. Result, welches Ergebnis hast du tatsächlich erzielt? Was hat sich dadurch verändert? Und bitte kein Prosatext, ganz einfach zu jedem Buchstaben S. T. A. R. Muss Einsatz reichen und nutze dieses Prinzip, um deine beruflichen Stationen in Wirkung zu übersetzen, nicht im Bla Bla, sondern vom Bla Bla in Wirkung.
Aus 'Ich war Leiter Transportplanung' wird dann zum Beispiel, ich habe in einem europaweiten Netzwerkprojekt die Planungsprozesse digitalisiert wodurch 15% Transportkosten eingespart wurden und das Team erstmals datengestützt arbeiten konnte. Ganz banales, einfaches Beispiel: Haut niemanden vom Hocker, aber soll einfach mal verdeutlichen, worum es geht. Und so sieht deine Karrierestory aus: kurz, greifbar, relevant, nachvollziehbar. Okay, der nächste Punkt hatte ich schon drauf hingewiesen, KI als Karrieretool nutzen. KI wird deinen Bewerbungsprozess nicht ersetzen, aber KI kann ihn massiv vereinfachen.
Mit 8 Mentees habe ich dies in den letzten Monaten erforscht und wir sind zu erstaunlich guten Ergebnissen gekommen. Die Ergebnisse habe ich übrigens auch im September im Online Karriereworkshop vorgestellt und werde darauf auch immer wieder am Rande in verschiedenen ja Facetten letztendlich eingehen. Praktische Einsatzfelder: Lebenslaufoptimierung, Jobmatching, Plattform analysieren deine Skills und schlagen passende Positionen vor. Funktioniert immer besser, aber doch noch recht eingeschränkt. Erfahrungen, Ergebnisse zu Arbeitgebern im Deep Research analysieren und und und.
Also, da geht in der Zwischenzeit eine ganze Menge. Mein Tipp: Probier KI als Sparringspartner aus, nicht als Ersatz. Prüfe jedes Ergebnis dabei aber kritisch, aber profitiere auch von der Geschwindigkeit und Präzision, die diese Tools bieten können. Passend dazu werde ich übrigens aus diesen Erfahrungen heraus ab Januar 2026 ein überarbeitetes Mentoringprogramm genau zu diesem Thema auf den Markt bringen. Was ist das Fazit? Mach das Jahr 2026 zu deinem Jahr der Chance, nicht zu einem Jahr der Routine, nicht zu einem weiteren Jahr der Routine.
Wer versteht, wie sich der Markt entwickelt und seine Karriereziele daran ausrichtet, hat einen echten Vorsprung. Achte darauf, dass deine Ziele marktrelevant sind, deine Story auf Wirkung basiert Und du die neuen Tools nutzt, die dir helfen, noch sichtbarer, noch klarer zu werden. Denn Karriere passiert nicht von allein. Sie entsteht, wenn du den Markt verstehst und dich darin aktiv positionierst. Und dann gilt, wie immer, der Titel dieses Podcasts: 'Alles wird, wenn du es planst, wenn du in die Puschen kommst, wenn du es angehst.'
Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann melde dich jetzt an für den nächsten Karriereworkshop am 13. November 2026. Los geht es um 18:00 Uhr, denn dann geht es genau um das Thema in dieser Episode. Anmelden kannst du dich über meine Webseite oder natürlich kannst du auch direkt ein unverbindliches Karriereorientierungsgespräch mit mir buchen. Kontaktier mich einfach über LinkedIn, alle weiteren Kontakt. Möglichkeiten findest du wie immer in den Shownotes auf meiner Webseite oder wie gesagt auf LinkedIn.
Ich wünsch dir jetzt einen genialen Tag und freue mich, wenn du bei der nächsten Karriereshow wieder dabei bist. Ich verabschiede mich wie immer mit einem herzlichen 'Be branded' und denk daran, deine Career Brand macht den Unterschied. Dein Christian Runkel.
Vom Zuhören zum nächsten Karriereschritt.
Die Episoden geben Impulse. Im persönlichen Gespräch entwickeln wir daraus Ihre konkrete Strategie.