CHRISTIAN RUNKELExpert for Career Branding

Podcast · ALLES WIRD · Episode 98

Was ist der Unterschied zwischen Stärken und Kompetenzen in der Karriereplanung?

Folge 98: Stärken oder Kompetenzen? Klarheit in den Begriffen

Eine Weiterführung von Episode 97. Begriffe wie Persönlichkeit und Verhalten oder Stärken und Kompetenzen werden oft synonym verwendet, ohne sie zu differenzieren. Diese Episode schafft Klarheit, nicht durch Meinung, sondern wissenschaftlich fundiert. Der Unterschied zwischen Stärken und Kompetenzen wird an einem Mentoring-Beispiel verdeutlicht, dazu das VIA-Modell der Charakterstärken.

Transkript

Das ganze Gespräch zum Nachlesen

Herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von ALLES WIRD, deinem Leadership Karriere Podcast für Logistiker. Mein Name ist Christian Runkel, dein Nummer 1 Mentor, wenn es um Karrieregestaltung und Leadership in Logistik, Intralogistik und Supply Chain Management geht. Ja, nach der letzten Episode vor ungefähr 2 Wochen hab ich eine Menge Rückmeldungen und auch konkrete Fragen bekommen. Ich bin mit zahlreichen Personen im Austausch gewesen. Zur Erinnerung, bei der letzten Episode, deine Persönlichkeit und dein beruflicher Erfolg sind untrennbar miteinander verbunden, warum deine Wirkung mehr zählt als dein Lebenslauf.

Das war der Titel, der Kern der letzten Episode. Ja, und die Fragen, die ich bekam, drehten sich natürlich im Kern neben dem Thema der Persönlichkeit und der präferierten Verhaltensmerkmale auch um Begriffe wie Stärken und Kompetenzen. Stärken vielleicht auch aus dem Grund, weil ich es so in dem Podcast auch formuliert hatte, weil ich ein absoluter Verfechter davon bin, Stärken zu stärken als ein. vermeintlichen Schwächen herumzudoktern. Dazu habe ich in den letzten Wochen auch einige LinkedIn-Beiträge beziehungsweise Posts geschrieben.

In den Gesprächen wurde mir aber wieder einmal deutlich, dass die verschiedenen Begrifflichkeiten wie Persönlichkeit und Verhalten, aber auch gerade Stärken und Kompetenzen wenig differenziert werden, häufig sogar synonym verwendet werden. Das ist ein Phänomen, dass ich schon seit meiner Zeit als H. R. Verantwortlicher in allen Debatten rund um Personalentwicklung, Rollenanforderung, Assessmentcenter und was es nicht alles gibt, wie ein roter Faden durch die Diskussionen zieht. Mit dieser Episode möchte ich versuchen, Klarheit zu schaffen, nicht durch Meinung, sondern wissenschaftlich fundiert.

Ich Ich werde versuchen, den Unterschied zwischen Stärken und Kompetenzen anhand eines Mentoringbeispiels zu verdeutlichen. Bist du bereit? Dann lass uns starten. Vielleicht fragst du dich jetzt genau an dieser Stelle, warum ist denn das so wichtig, den Unterschied zwischen Stärken und Kompetenzen zu kennen? Ich kenn doch meine Kompetenzen und Stärken. selber am besten? Na ja, schauen wir mal, ob das wirklich so ist. Deshalb starte ich mit einem Beispiel aus meiner Karriere Mentoringpraxis.

Es geht um Andreas. Andreas ist seit 14 Jahren bei seinem aktuellen Arbeitgeber. Es ist die zweite Karrierestation im Vertrieb nach seinem Studium. Heute leitet er ein Vertriebsteam bestehend aus Sales, Account Management und Service, so wie es im Unternehmen heißt, in der Größenordnung von ca. 25 Kollegen. Mit der Entwicklung dieser Struktur und dem Aufbau des Teams hat Andreas vor ca. 6 Jahren begonnen, nachdem er bei seinem Arbeitgeber befördert wurde. Kundenfokussierung steht für ihn absolut im Mittelpunkt.

Bei größeren Projekten und Eskalationsfällen ist ihm der direkte Austausch mit dem Kunden sehr wichtig und dafür ist er auch im Unternehmen und bei Kunden bekannt. Als er zu mir kam, sagte er: 'Ich hab keine Lust mehr auf den Job. Der Drive und Flow ist irgendwie verloren gegangen. Jetzt steht alles, alles läuft, die Motivation nimmt weiter ab. ich kann meine Stärken und Kompetenzen irgendwie nicht mehr richtig einsetzen. Hm, ich ließ mir seine Einschätzung und Gefühle dazu anhand von konkreten Beispielen erläutern.

Dann kam noch mal sein Resümee: Ich brauche eine neue Herausforderung, am besten bei einem neuen Arbeitgeber oder noch besser in einem ganz anderen Produktumfeld weil ich mal wieder was Neues sehen und lernen möchte. Ich sagte OK, aber bevor wir damit einsteigen, sollten wir klären, was denn deine Stärken und Kompetenzen sind. Das ist ergänzend zu deiner Persönlichkeit und deinen beruflichen Erfahrungen das Fundament für deine zukünftige Positionierung. Einverstanden, sagte Andreas. Ich fragte ihn, ob ich eine Hypothese bezüglich seiner Situation aufstellen darf.

Da bin ich aber gespannt, sagte er und war seine ganz spontane Reaktion. Ich glaube, gerade weil alles läuft, kannst du deine Stärken nicht ausleben. Deine Kompetenz hast du aber immer noch und die ist auch immer noch gefragt. Dadurch, dass du deine Stärken nicht mehr ausspielen kannst, empfindest du keine Passung mehr zu deiner Rolle. Die Identität zu deiner Rolle ist nach und nach verloren gegangen, weil die Energie, der Spirit, dein Brennen für die Entwicklung deines Bereiches als deine ganz besondere Stärke verloren gegangen ist.'

Seine Reaktion: 'So habe ich das noch nie gesehen, aber Um ganz ehrlich zu sein, so richtig verstanden habe ich dich auch noch nicht, gerade was die Unterscheidung jetzt zwischen Stärken und Kompetenzen anbetrifft. Wir machten uns also an die Arbeit. Vielleicht geht es dir jetzt so wie Andreas. Du hast es irgendwie verstanden, aber doch noch nicht so richtig. Also, lass uns mal tiefer ins Thema einsteigen. Damit wir in das Thema einsteigen können, muss ich ja leider ein wenig weiter ausholen.

Was sich nicht vermeiden lässt, um Klarheit zu erzielen, ist eine wissenschaftliche Betrachtung. Alles andere bleibt sonst Vermutung, Annahme und Verwässerung von Begriffen, genau das, was ich eingangs erwähnt hatte. Wissenschaftlich Betrachtet, bewegen wir uns mit dem Thema Stärken im Feld der positiven Psychologie. Einer der Hauptsäulen, den die positive Psychologie entwickelt hat, ist das Weier-Modell der Charakterstärken. Im Jahr 2000 wurde das Values in Action Institute ins Leben gerufen, worauf sich auch der Name des Modells gegründet, V.

A. I. Values in Action Institute. 55 Wissenschaftler untersuchten, was in verschiedenen Kulturen als Stärke oder Wert gesehen wird. Warum Stärke oder Wert? Nun, man hat schon vorher festgestellt, dass in manchen Kulturen dieser Begriff Stärke gar nicht existiert, zumindestens so im Wording, sondern eher als Wert interpretiert wird, sodass man sagen kann, es gibt Kulturen, in denen Stärke und Wert gleichgesetzt sind. Dabei legten die Wissenschaftler für die Untersuchung bestimmte Kriterien zugrunde. Unter anderem muss eine Charakterstärke klar von anderen Stärken abgrenzbar sein.

Sie muss zudem die individuelle Zufriedenheit fördern und die Ursache für etwas Positives wie Lebenszufriedenheit, Arbeitszufriedenheit und so weiter sein. Daraus wurde das Modell der 24 Charakterstärken entwickelt, auf dem der Bayer Stärkentest beruht. 2004 wurde dann die Wire-Klassifikation schließlich publiziert. Übrigens, neben der Persönlichkeitsanalyse arbeite auch ich seit einigen Jahren in Mentorings und Coachings immer wieder mit dieser Wire-Klassifikation. Was ist noch wichtig zu wissen? Die positiven Kernmerkmale oder Charakterstärken unserer Persönlichkeit unterscheiden sich von ähnlichen Aspekten, wo es auch immer wieder zu Verwechslungen kommt, wie Talenten, die in diesem Modell als angeborene Fähigkeit beschrieben werden, spezielle Interessen können oder auch externe Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.

Charakterstärken beeinflussen sich gegenseitig. Sie sind zwar grundsätzlich stabil, Können sich aber über einen längeren Zeitraum gesehen durchaus verändern. Sie werden auch durch die Rahmenbedingungen beeinflusst, innerhalb derer sich Menschen befinden, zum Beispiel durch die Unternehmenskultur. Typisch ist, dass jeder Mensch bestimmte Stärken sehr häufig zeigt, sogenannte Signaturstärken. Manche Stärken nur in ganz Bestimmten Situationen und einige Stärken auch nur sehr selten. Somit hat jeder Mensch ein momentanes individuelles Stärkenprofil. Die 24 Charakterstärken sind sogenannten 6 Tugenden als Oberbegriffen zugeordnet, die sich aus den Umfragen und Forschungen ergaben und ins Modell eingeflossen sind.

Ausführlich auf Auf alle 24 Charakterstärken im Detail zu blicken, ja, das würde den Rahmen dieser Episode sprengen. Wir können aber einen Blick auf die 6 Tugenden werfen, damit du einen Eindruck von Stärkendefinitionen bekommst und ich werd immer so ein paar Beispiele von Stärken aus dem Oberbegriff der Tugenden letztendlich erwähnen. Wie gesagt, damit du einen Eindruck bekommst, was eigentlich dahinter steht. Die erste Tugend nennt sich Weisheit und Wissen. Dieser Bereich beinhaltet insbesondere Persönlichkeitseigenschaften, die dem Erwerb und der Nutzung von Wissen dienen.

Dazu gehören Charakterstärken wie Kreativität, Neugier und Interesse, Urteilsvermögen, kritisches Denken, der innere Drang, immer wieder etwas Neues zu lernen, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen. Der zweite Begriff wird zusammengefasst unter dem Begriff Mut. Darunter werden insbesondere Persönlichkeitseigenschaften zusammengefasst, die die Zielverfolgung im Angesicht von inneren und äußeren Widerständen unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel Stärken wie Ausdauer, Beharrlichkeit, Aufrichtigkeit und Integrität, Enthusiasmus und Begeisterungsfähigkeit. Die nächste Tugend nennt sich Humanität beziehungsweise Menschlichkeit. Dieser Bereich beinhaltet positive Persönlichkeitseigenschaften, die in Beziehungen zu anderen Menschen zum Tragen kommen.

Und umfasst die Bereitschaft zu Stärken wie Großzügigkeit, Freundlichkeit und Wohlwollen. Typisch dabei ist, dass das Wohl anderer Menschen durch diese Stärken zunimmt. Charakterstärken sind zum Beispiel also auch noch mal Freundlichkeit, Großzügigkeit, Fürsorge und auch der Begriff. soziale Intelligenz. Die nächste Tugend trägt die Überschrift Gerechtigkeit. In den Bereich Gerechtigkeit fallen Persönlichkeitseigenschaften, die für die positive Beziehung zwischen Einzelpersonen und einer Gruppe oder Gemeinschaft bedeutsam sind. Dazu gehört beispielsweise, dass Belohnungen nach dem Beitrag aufgeteilt werden sollen, wie jeder seinen Beitrag geleistet hat.

Typische Charakterstärken sind Teamwork, Loyalität, Fairness, Gerechtigkeit, aber auch Führungsstärke. Die nächste Tugend nennt sich Mäßigung. Dieser Bereich umfasst Persönlichkeitseigenschaften, die uns vor, sagen wir mal, Ausschweifungen schützen. Alles in Maßen ist die Logik dahinter. Grundlegend ist die Fähigkeit, Emotionen, Motivation und Verhalten ohne äußeren Druck wahrzunehmen und selbst zu managen. Dazu gehören Stärken wie Nachsicht, Bescheidenheit, Diskretion, Selbstkontrolle und Selbstdisziplin. Der nächste Begriff ist die Transzendenz. Unter diesem Bereich sind Persönlichkeitseigenschaften zusammengefasst, die als sinnstiftend erlebt werden.

Also es Menschen erlauben, eine Verbindung zu etwas größerem Ganzen aufzubauen, um es mal so zu nennen. Dazu gehören dann Stärken wie Dankbarkeit, Optimismus, Zuversicht. Eine der Vorgaben bei der Entwicklung der Charakterstärken war, wenn du dich erinnerst, dass es Stärken sein sollten, die im Zusammenhang mit individueller Zufriedenheit stehen. Genau das hat sich anschließend in zahlreichen nachfolgenden Studien, in denen das Modell auf die Probe gestellt wurde, tatsächlich bestätigt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die Diesen Zusammenhang differenziert untersuchen und auch bestätigen.

Die Ergebnisse zeigen, dass beispielsweise die Charakterstärken Neugier, Dankbarkeit, Hoffnung, Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden und Tatendrang am stärksten mit Lebenszufriedenheit zusammenhängen. Und damit sind wir wieder bei Andreas angekommen. Es stellte sich tatsächlich heraus, dass er sich in seiner Rolle so stark etabliert hatte, dass er seine Stärken nicht mehr so intensiv ausspielen konnte. Seine besonders ausgeprägten Charakterstärken waren Neugier und Interesse, Urteilsvermögen, Beharrlichkeit, Enthusiasmus, Begeisterungsfähigkeit. soziale Intelligenz und ein ganz spezifisches Führungsvermögen.

Andreas war in der Kompetenzfalle, wie ich es nenne. Damit sind wir auch beim Titel dieser Episode. Was unterscheidet also jetzt seine Kompetenzen von seinen Stärken? Eine Kompetenz ist eine erlernte Fertigkeit. In der Logistik könnte das die Beherrschung komplexer W.M.S. Systeme, das Erstellen präziser Forecasts oder die Verhandlung von Frachtraten sein oder was auch immer du dir vorstellst aus deinem persönlichen beruflichen Umfeld. Du kannst darin brillant sein, weil du es über die Jahre hin trainiert hast.

So war es bei Andreas, der Vertrieb, den er von der Pike auf gelernt hat. Aber nicht alles, was wir gut können, was wir gelernt haben, ist automatisch eine Stärke. Wenn eine Aufgabe dich zwar zum Ziel führt, dich aber am Ende des Tages energetisch leer zurücklässt, ist sie lediglich eine antrainierte Kompetenz. Auch das war so bei Andreas erkennbar. Die Die wahre Stärke ist das, was dich antreibt, was dir Energie gibt, was dir Zufriedenheit liefert.

Eine echte Stärke hingegen ist eng mit deiner Persönlichkeit und deinem wirklichen Potenzial verknüpft. Sie gibt dir Energie, während du sie einsetzt. Damit hatte sich meine anfängliche Hypothese zum großen Teil bestätigt. Was haben wir mit dem Ergebnis angefangen? Bei der beruflichen Neuorientierung haben wir darauf geachtet, ob eine vakante Rolle tatsächlich seine Stärken, seine Charakterstärken auch braucht. Seine Kompetenzen blieben unverrückbar, die hatte er und sie passten zu vielen Vakanzen. Mit dem Bewusstsein, Dass nur die Nutzung seiner Charakterstärken auch zu Zufriedenheit im Job führen wird, war die Suche tatsächlich ja nicht gerade einfach.

Andrea stand jedoch nicht unter Druck. Insbesondere seine Stärken, Beharrlichkeit und Ausdauer sowie Urteilsvermögen waren in diesem, nennen wir ihn mal, Findungsprozess ein guter Begleiter auf dem Weg zu einer neuen Rolle. und die fand er tatsächlich nach einem personellen Wechsel in der Chefetage tatsächlich bei seinem bisherigen Arbeitgeber. Mein Fazit als Mentor und Coach: Beobachte dich in den nächsten Wochen mal ganz genau, welche Aufgaben erledigst du nur, weil du sie beherrschst, also Stichwort Kompetenz, und bei welchen Spürst du diesen gewissen inneren Drang, also Stärke, wenn du dein Profil auf echten Stärken aufbaust, entwickelst du eine Wirkung, die weit über das Beheben von Schwächen hinausgeht.

Nur so schaffst du den Sprung zum versierten Leader. Wenn auch du mehr über deine eigene Persönlichkeit und deinen Charakterstärken erfahren möchtest und diese in Einklang bringen möchtest mit deinen beruflichen Zielen, dann lass uns doch gerne darüber sprechen. Ich biete dir dazu ein unverbindliches Karriereorientierungsgespräch an. Darin zeige ich dir, wie du deine Stärken deiner Persönlichkeit für mehr Zufriedenheit und Selbstbestimmung im Job nutzen kannst. Auf meiner Webseite christian-runkel.de/termin.de Suchst du dir den für dich passenden Termin für ein Karriereorientierungsgespräch aus oder schreib mir einfach eine Mail oder noch besser, kontaktiere mich dazu über LinkedIn.

Übrigens, auf meiner Seite christian-runkel.de Slash Persönlichkeitsprofil findest du mein ganz spezifisches Coachingangebot zum Thema Persönlichkeit. Ich verabschiede mich mit einem herzlichen Be branded. Ich freue mich, wenn du bei der nächsten Karriereshow wieder dabei bist. Bis dahin denk daran, deine Career Brand macht den Unterschied. Dein Christian Runkel.

Vom Zuhören zum nächsten Karriereschritt.

Die Episoden geben Impulse. Im persönlichen Gespräch entwickeln wir daraus Ihre konkrete Strategie.