Diesen beiden Fragen gehen wir im kostenlosen Karriere-Orientierungsgespräch nach. In rund 45 Minuten ordnen wir Ihre Situation ein, am Ende haben Sie klare Handlungsoptionen für Ihre nächsten Schritte.
Karriere-Orientierungsgespräch: Ihre nächste Aufgabe klar benennenErste Mentoring Session, zweiter Kaffee. Seit zehn Minuten erzählt mir ein Geschäftsführer aus der Kontraktlogistik, was er alles aufgebaut hat. Seit neun Jahren führt er die Kontraktlogistik eines familiengeführten Logistikdienstleisters. Er hat den Geschäftsbereich aus den roten Zahlen geholt und auf profitables Wachstum ausgerichtet, zwei neue Standorte sind in dieser Zeit dazugekommen. Innerlich ist ihm klar, dass die nächste Aufgabe größer sein soll, mit mehr Gesamtverantwortung. Wie diese Aufgabe aussieht und für wen sein Profil interessant sein könnte, kann er nicht benennen. Seine Motivation und seine Zielrichtung kamen in den zehn Minuten nicht vor.
Für welche Aufgabe ist mein Profil als Führungskraft interessant?
Das entscheidet sich an der Aufgabe, die Sie als Nächstes übernehmen wollen, nicht allein an Ihren bisherigen Stationen. Eine hilfreiche Frage lautet: Wofür würde mich ein Gesellschafter oder ein Arbeitgeber in naher Zukunft holen? Wer das benennen kann, ordnet seine Erfahrung danach und macht seinen Marktwert für das Gegenüber sofort lesbar.
Zu Beginn der Session hatte ich den Geschäftsführer gefragt, wofür ihn ein Gesellschafter in drei Jahren holen würde.
Die Frage dreht die Perspektive um. Statt zu belegen, was Sie geleistet haben, benennen Sie, wofür ein anderer Sie braucht. Erst daraus ergibt sich, welche Ihrer Erfahrungen für das Gegenüber zählen.
Das gilt auf Geschäftsführungsebene ebenso wie in der Teamleitung. Entscheidend ist nicht die Höhe der Position, sondern die Genauigkeit der Antwort.
Warum fällt es erfahrenen Führungskräften so schwer, ihre nächste Aufgabe zu benennen?
Weil sie gewohnt sind, Ergebnisse nachzuweisen, und deshalb rückwärts erzählen. Auf die Frage nach der nächsten Aufgabe begann der Geschäftsführer mit „Ich habe …“, sprach zehn Minuten und endete bei seiner ersten Station als Niederlassungsleiter. Dass die nächste Aufgabe größer sein soll, war ihm klar. Benennen konnte er sie nicht.
Inhaltlich war an seiner Antwort nichts falsch. Sie war eine Bilanz, und das Material für eine starke Aussage war vorhanden: ein Geschäftsbereich, der aus den roten Zahlen geführt wurde, und zwei neue Standorte.
Das erlebe ich seit über 20 Jahren im Mentoring mit Führungskräften aus Logistik und Supply Chain, auf Geschäftsführungsebene besonders oft. Wer Ergebnisse liefern musste, um dorthin zu kommen, erzählt in Ergebnissen, und die liegen naturgemäß in der Vergangenheit.
Welches Risiko entsteht, wenn ich meine Erfahrung nur rückwärts erzähle?
Sie überlassen dem Gegenüber die Entscheidung, wofür Ihre Erfahrung zu gebrauchen ist. Das erhöht das Risiko, für die falsche Aufgabe angefragt zu werden oder gar nicht. Gesellschafter, Arbeitgeber und Personalberater besetzen eine konkrete Aufgabe. Erkennen sie diese Aufgabe in Ihrer Darstellung nicht, bleibt Ihre Erfahrung für sie schwer einzuordnen.
Wer eine Chronik liefert, zwingt andere zu raten, welche Aufgabe dazu passt. Manche Anfrage geht dadurch an der falschen Stelle ein, andere bleiben aus.
Das Risiko trifft gerade erfahrene Führungskräfte, deren Werdegang viele Stationen zählt. Je länger der Weg, desto mehr Interpretationsspielraum bleibt dem Gegenüber.
Der Markt liest Ihren Werdegang durch die Brille seiner eigenen Aufgabe. Je klarer Sie diese Brille mitliefern, desto eher landen die richtigen Anfragen bei Ihnen.
Wie erzähle ich meine Erfahrung vorwärts?
Beginnen Sie mit der Wirkung für den anderen, etwa mit dem Satzanfang „Er holt mich, damit …“, und ordnen Sie Ihre Stationen danach. Der Geschäftsführer brauchte dafür mehrere Anläufe. Gestrichen wurde danach keine einzige Station. Sortiert wurde sie neu, nach der Aufgabe, die er als Nächstes übernehmen will.
Ich bat den Geschäftsführer, denselben Gedanken neu zu beginnen, mit „Er holt mich, damit …“. Gemeint war der Gesellschafter. Er brauchte mehrere Anläufe.
Gestrichen haben wir danach keine einzige Station. Wir haben sie neu sortiert, nach der Aufgabe, die er als Nächstes übernehmen will. Aus der Chronik wurde so ein Profil mit Richtung.
Welche Fragen helfen, die nächste Führungsaufgabe zu klären?
Zwei Fragen stehen am Anfang. Welchen Verantwortungsbereich soll man Ihnen in naher Zukunft anbieten? Und welche Ihrer Erfahrungen tragen genau diese Verantwortung? Wer beide beantworten kann, geht mit einer klaren Aussage in Gespräche mit Gesellschaftern, Personalberatern oder dem eigenen Netzwerk.
Schreiben Sie die Antworten auf, bevor Sie in das nächste Gespräch gehen. Beginnen Sie mit der Verantwortung, nicht mit dem Titel. Sie suchen eine Aufgabe, die Ihre Erfahrung trägt, keinen Titel, der nach dem nächsten Schritt klingt.
Prüfen Sie zum Schluss, ob jede Station Ihres Werdegangs in einer der beiden Antworten vorkommt. Was nicht vorkommt, muss nicht gestrichen werden. Es rückt nur in den Hintergrund.
Testen Sie die Antworten an einer Person, die Ihren Bereich nicht kennt. Versteht sie nach zwei Sätzen, wofür man Sie holen würde, tragen die Antworten.
Name und Hintergründe wurden zum Schutz der Person verändert.