Christian Runkel - Blog Christian Runkel - Expert for Career Branding

Personalmanagement Archive - Christian Runkel

Personal Branding: Dein Gefühl ist dein bester Freund

Personal Branding: Dein Gefühl ist dein bester Freund

Aus meiner Karriere-Mentoring Praxis

„Was soll ich jetzt machen – was würdest du mir raten?“, fragte mich in der letzten Woche ein Mentee mit dem ich seit 6 Monaten zusammenarbeite. Meine Antwort hörte sich weniger wissenschaftlich oder psychologisch fundiert an. Sie lautete „Mach das, wobei du ein wirklich gutes Bauchgefühl hast. Ein Bauchgefühl, bei dem du Ruhe und Zufriedenheit verspürst.“

Was war der Hintergrund der Frage?

Nach der gemeinsamen Entwicklung seiner Personal Brand und einem nicht immer ganz einfachen Ringen um die Definition seiner beruflichen Ziele, stand mein Mentee vor der Frage, ob er versucht seine beruflichen Ziele für das Zeitfenster der nächsten 5 Jahre bei seinem derzeitigen Arbeitgeber zu erreichen? Es hatte sich dort eine weitere Karriereperspektive für ihn eröffnet. Auf der anderen Seite hatte er eine Anfrage von einer Personalberatung vorliegen. Die zu besetzende Position hörte sich so an, als wenn die darin dargestellten Verantwortungsbereiche seine Ziele abdecken können. Durch die intensive Vorbereitung auf das Gespräch, in der wir verschiedene Gesprächsszenarien durchgespielt hatten, ging er voller Selbstvertrauen und mit einer klaren Zielrichtung zu seinem Termin. Nach der ersten Gesprächsrunde kam er in die engere Auswahl, war aber nach den Informationen, die er gewonnen hatte nicht mehr ganz so euphorisch. Nun war für ihn die Frage, ob er in die nächsten Gesprächsrunde mit dem zuständigen Vorstand gehen soll, oder nicht?

Konsequent erarbeiteten wir eine Stellen-SWOT-Analyse und verglichen die externe Möglichkeit mit der internen Option auf der Basis seiner vorher definierten Ziele und seiner Persönlichkeit, respektive Identität. Es gab keinen klaren Gewinner. So kam es zu der Frage und meiner Antwort. Sein Bauchgefühl sprach eindeutig für weitermachen und damit die interne Option konsequent weiterverfolgen.

Doch warum ist das Bauchgefühl für eine starke Personal Brand so wichtig?

Unser Gefühl ist häufig das Ergebnis aus unseren Lebenserfahrungen, positiver und negativer Natur, sowie unseren Werten, aber auch das was uns motiviert und antreibt, also unsere inneren Ziele und Wünsche. Starke Personenmarken sind in der Lage sich auf ihr berufliches und privates Gefühl zu fokussieren. Das heißt sie setzen ihre Energie zielgreichtet auf diesen Punkt ein. So werden sie energiegeladen, selbstbewußt, klar in der Meinung und Positionierung wahrgenommen. Es gelingt ihnen das Gefühl immer häufiger und spürbarer bei ihren Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten oder auch Kunden zu hinterlassen, wir sprechen auch vom emotionalen Gefühl der Personenmarke. Studien haben zudem verdeutlicht, dass Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind dieses Gefühl, die Emotion als Personal Brand zu transportieren, loyalere Kunden, Mitarbeiter oder Kollegen haben. Sie werden als hochwertigere Partner angesehen.

Das individuelle Gefühl ist ist somit auch als Nutzen der Persönlichkeitsmarke anzusehen. Der Nutzen der Personal Brand ist die Wirkung, die sie bei anderen Menschen hinterlässt. Sie macht einen Unterschied.

Diese positive Erfahrung konnte auch mein Mentee in seinen Gesprächen machen. Vielfach fokussiert man sich gerade in „Vorstellungsgesprächen“ (ein nicht mehr zeitgemäßer Begriff, wie ich finde, der aber immer noch verwendet wird) in der Wirkung zu selten auf den emotionalen Aspekt und zu häufig auf den rationalen: auf Daten, Fakten, Zahlen. So wird es immer noch gelehrt, der „perfekt“ dargestellte Lebenslauf, die Erfolge in Wort und schönen Grafiken dargestellt, das Anschreiben oder Motivationsschreiben mit Fakten und wenig authentischen Argumenten vollgepackt. Dabei ist die Aufnahme von Emotionen für unsere Mitmenschen um ein Vielfaches leichter.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Gefühle

Wir können kognitiv nur 40–50 Bits pro Sekunde bewusst aufnehmen. Unser Unterbewusstsein jedoch nimmt bis zu 11 Mio. Bits pro Sekunde wahr
(Hill 2009). Wir nehmen also 200.000 Mal mehr Emotionen unterbewusst auf als Daten, Fakten, Zahlen (Spall, Schmidt 2019). Genau dieser Aspekt belegt, wieviel wichtiger eine emotional transportierte Karriere-Story ist, als ein perfekt formulierter Lebenslauf mit Daten, Zahlen, Fakten.

Der Psychologe McDougall unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärgefühle, die in abgeleiteter bzw. kombinierter Form zu komplexeren und individuelleren Gefühlen werden (Meyer et al. 1997). Fakt ist jedoch, dass es in der heutigen Wissenschaft keinen eindeutigen Kenntnisstand darüber, wie viele Gefühle es tatsächlich gibt.

Aber in einem ist sich die Wissenschaft einig: Die zentrale Funktion von Gefühlen besteht darin, uns Informationen darüber zu liefern, ob eine Situation, Person, ein Objekt oder ein Sachverhalt gut oder schlecht für uns ist. Diese Information bildet die Grundlage für alle Entscheidungen, die wir treffen, und sie bestimmt unser Handeln (Spall, Schmidt 2019).

Fazit und Ratschlag

Dieses fällt für mich eindeutig und klar aus. Es mündet im Titel dieses Beitrages. Verlass dich auf dein Bauchgefühl! Aber immer unter der Voraussetzung, dass diesem Vertrauen auf das eigene Gefühl eine sorgfältige Analyse aller bekannten Fakten vorausgeht. Zu diesen Fakten gehört die kritischen Reflektion der persönlichen Lebenserfahrungen (beruflich und privat), des eigenen Marken-Kerns in Kombination mit der Identität und den Zielvorstellungen. Somit kann das Bauchgefühl zum besten Freund im Rahmen eines strategischen Karrieremanagements werden.

Mehr zu diesem Thema, insbesondere zum Personal Branding, gibt es auch in meinem aufgezeichneten Online-Seminar, oder meinem Online Kurs „Aus innerer Stärke zur .

#BeBranded – denn deine Marke macht den Unterschied

Ihr Christian Runkel

Karriere Tipps op Platt – by Personal Branding No. 5

Karriere Tipps op Platt – by Personal Branding No. 5

🆕 Die Entscheidung liegt bei Dir 🆕

so lautet die Übersetzung des heutigen Karriere Tipp mit der plattdütschen Aussage „du musst man weten, wo du d’rmit anmusst“. Es ist wieder Dienstag – Zeit für einen neuen Karriere Tipp op platt.

Momentan sind viele Beschäftigte verunsichert, wie sich die wirtschaftliche Situation bei ihrem Arbeitgeber weiterentwickeln wird. Diese Unsicherheit geht durch fast alle Hierarchieebenen. Betroffen sind Angestellte und gewerbliche Arbeitnehmer genauso wie Führungskräfte. Gerade Führungskräfte empfinden momentan eine starke Last, die auf ihren Schultern ruht. Auf der einen Seite geht es durch Neuorganisationen, Personalanpassungen oder wie auch immer die Maßnahmen offiziell betitelt werden um ihre eigene Position. Auf der anderen Seite fühlen sie auch die Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter. Diese kommen häufig mit den immer gleichen Zukunftsfragen, die der Vorgesetzte jedoch auch nicht immer beantworten kann, denn die Entscheidungen fallen auf anderer Ebene.

Genau diese Situation schilderten mir in der vergangenen Woche zwei Manager im Rahmen unserer Mentoring-, beziehungsweise Coaching Sessions. Im Mittelpunkt steht immer die Frage, was soll ich tun, wie soll ich mich verhalten? Weiter zugespitzt mündet die Frage in ein scheinbar übrig bleibendes Alternativszenario „durchhalten oder wechseln“.

Die Antwort auf diese Zuspitzung kann niemand guten Gewissens geben. Denn, und jetzt sind wir bei der Übersetzung aus dem plattdeutschen, du musst selbst entscheiden. Niemand wird dir die Entscheidung abnehmen, du bist für dich ganz allein verantwortlich. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen mag, wichtig ist letztendlich nur, die Entscheidung mit einem guten Gefühl zu treffen, mit der Entscheidung zufrieden zu sein. Was sich so banal anhört benötigt jedoch eine solide Entscheidungsbasis, Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und einen sorgfältig ausgewählten Austausch mit einer begrenzten Zahl von vertrauten Personen.

Gerade im Austausch mit den vertrauten Personen steckt jedoch eine große Herausforderung. Nein, ich meine nicht das persönliche Öffnen, das ist sicherlich auch ein nicht immer ganz einfacher Schritt. Es geht vielmehr um das Bewußtsein, dass auch die vertraute Person dir nur Ratschläge aus ihrer eigenen Sicht, ihrer eigenen Erfahrung, ihrer eigenen Persönlichkeit, ihrer eigenen Wertevorstellung geben kann. Ratschläge sollten nur Orientierung geben. Werden sie zur Entscheidungsgrundlage, dann besteht eine Gefahr, der ich immer mal wieder in meinen Gesprächen begegne. Sollte die Entscheidung nicht den Erfolg bringen, den man sich erhofft hat, dann höre ich nicht selten die Aussage „man hat mir geraten das so zu machen“. Oder man lässt sich von den eigenen Zielen und Wunschvorstellungen abbringen, dann lautet die Aussage „man hat mir davon abgeraten“.

Mein Fazit und Tipp. Sei entscheidungsfreudig. Schaffe dir eine breite Entscheidungsbasis, die auf für dich wichtige Faktoren und Kriterien beruht. Verlasse bei deiner Entscheidungsbasis deine Komfortzone; wage in deinen Gedanken auch ungewöhnliche Schritte, die dich herausfordern, aber gleichzeitig motivieren. Hole dir Rat, aber mache Ratschläge nicht zur Basis deiner Entscheidung. Erstelle dir ein Hindernis- und Konsequenzenszenario. Treffe erst dann deine Entscheidung, wenn du ein wirklich gutes und zufriedenes Gefühl für deine Entscheidung getroffen hast. Denn nur du kannst für dich entscheiden, und nur du bist für deine Entscheidungen verantwortlich.

Karriere-Mentoring unterstützt bei der Entwicklung der Entscheidungsbasis. Weitere Informationen hierzu findest du hier und in meinem Webinar.

#BeBranded – denn deine Marke macht den Unterschied

Christian Runkel

Danke liebe Mitarbeiter | Employer Branding in Krisenzeiten

Danke liebe Mitarbeiter | Employer Branding in Krisenzeiten

Wie Wertschätzung nach innen und außen wirkt

Die Auswirkungen der Corona Pandemie haben die Wirtschaftsentwicklung und viele Unternehmen in eine bisher kaum gekannte Krisenstimmung gestürzt. Kurzarbeit und Kostenreduzierungen sind die, wie bei allen Krisen, vorherrschenden Maßnahmen bei betroffenen Unternehmen. Das hat Auswirkungen auf Budgets, selbstverständlich auch beim HR-Management. Recruiting und Employer Branding, vor Corona durch die Diskussion um den Fachkräftemangel noch Kernthemen auf Messen und HR-Events, rücken in den Hintergrund.

Warum Employer Employer Branding gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur wichtig ist, sondern Unternehmen auch eine sichtbare Differenzierung erreichen können, steht im Mittelpunkt der neuen Episode des Podcast #BeBranded. Anhand einer Kampagne werden Sie erkennen, wie es gelingt internes und externe Employer Branding mit einer 3-fach Image Werbung zu platzieren.

[…]

🆕 Fridays Review 8. Mai 2020 🆕

🆕 Fridays Review 8. Mai 2020 🆕

Studien und kein Ende – doch was ist wirklich empfehlenswert?

In der Serie Fridays Review beleuchte ich seit Anfang 2020 besondere Ereignisse, Beiträge, aber ganz besonders auch Studien, die mir in der zurückliegenden Woche aufgefallen sind. Um beim Wort zu bleiben, auffällig ist in den letzten Woche der Corona Pandemie eine offensichtlich deutliche Zunahme von Studien und Untersuchungen. Nein, ich meine nicht die öffentlichen Beiträge der Virologen, Mediziner und sonstiger Experten. Deutschland scheint sich allgemein in ein Land der Experten verwandelt zu haben – ich kannte dieses Phänomen bisher nur vom Fußball.

Nun aber schießen auch die Experten für Recruiting, Marketing, Positionierung, Digitalisierung, Arbeitsplatzorganisation, Leadership, der wahre Bewerbungsratgeber, und was weiß ich nicht noch alles, aus dem Boden hervor. Animiert die derzeitige Spargelzeit Nachahmer, oder liegt es eher daran, dass einige nun Corona Geschäftsmodelle wittern. Die abschließende Beurteilung überlasse ich Ihnen gerne, empfehle jedoch eine aufmerksame Beobachtung.

Recruiting Studien – 2 Beispiel aus dem April 2020

Zurück zum Fridays Review und zwei Studien, die mir in dieser Woche ins Auge gefallen sind. Im Mittelpunkt stehen die Themen Recruiting und die Auswirkungen zum Employer Branding.

Bei businessinsider.de fand ich einen Artikel, bei dem es um Ergebnisse einer Umfrage von JobTeaser — einer französischen E-Recruiting-Plattform, die europaweit Studierende und Berufseinsteiger mit Unternehmen zusammenbringt. Mehr als drei Millionen Studierende, 700 Hochschulen und Universitäten und 80.000 Unternehmen sind dort vertreten. Für die Umfrage hat JobTeaser — neben Studierenden und Hochschulen — 237 Unternehmen aus acht europäischen Ländern befragt. Der Umfragezeitraum war der 1. bis 17. April 2020. Die Ergebnisse zeigen: In Deutschland ist die Recruiting-Lage ähnlich wie im europäischen Gesamtdurchschnitt. Nur knapp ein Drittel der europäischen Unternehmen sucht momentan weiter nach neuen Arbeitskräften.

Das Ergebnis spiegelt die Stimmungslage in den Unternehmen wieder, die ich aktuell auch in zahlreichen Kundengespräche wahrnehmen. 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland rekrutieren auch in der Corona-Zeit weiter ihre Talente. Ds bedeutet auf der anderen Seite 60 Prozent der Firmen suchen gar keine neuen Mitarbeiter mehr oder haben den Recruiting-Prozess zumindest teilweise gestoppt. 

Das Institut for Competetive Recruiting ICR kommt in einer Blitzumfrage unter mehr als 10.000 Unternehmen, an der in den vergangenen zwei Wochen mehr als 500 Arbeitgeber aus dem deutschsprachigen Raum teilgenommen haben zu folgendem Ergebnis. 56 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass das Recruiting abnehmen wird. Auf die Frage, wie sich das Recruiting im eigenen Haus entwickeln wird, antworten nur 44 Prozent  der teilnehmenden Unternehmen, dass es zurückgefahren wird. Die Wahrnehmung der Gesamtentwicklung ist im deutschsprachigen Raum somit deutlich schlechter als die Erwartungen für das eigene Unternehmen. Nur elf Prozent der Arbeitgeber gehen von einem Ausbau des Recruitings aus. 35 Prozent der teilnehmenden IT-Unternehmen wollen ihr Recruiting in der Krise ausbauen. Damit sind die Ergebnisse zur JobTeaser Studie nahezu identisch. Im Gegenzug geht offensichtlich auch die Anzahl der wechselwilligen Personen zurück. Die Mehrheit der teilnehmenden Arbeitgeber (46%) verzeichnet weniger (32%) oder sogar deutlich weniger (16%) Bewerbungen. Auch das verwundert nicht wirklich, bereits in den vergangenen Krisenzeiten gab es identische Verhaltensmuster. Wer wechselt schon von Unzufriedenheit zu Unsicherheit.

Konsequenzen für die Arbeitgebermarke

Bei der Hälfte der deutschen Firmen ist das Budget für die Personalsuche entweder komplett eingefroren (13 Prozent) oder teilweise gekürzt (37 Prozent). Auch weiterhin bestehende Budgets werden offenbar trotzdem nicht wirklich ausschöpft. Hier macht sich die reine Unsicherheit breit. Niemand kennt die mittel- und langfristige wirtschaftlichen Folgen, deshalb ist Vorsicht geboten. Doch ist das der richtige Weg? Gerade wenn ich an die Positionierung und Sichtbarkeit der Arbeitgebermarke denke. Stellen Unternehmen die Werbung für Ihre Produkte ein, wenn die Nachfrage stark zurückgeht?

Meine persönliche Einschätzung: Nur diejenigen Arbeitgeber, die sich weiterhin klar sichtbar, authentisch, ehrlich und transparent ZEIGEN, werden nach der Corona Zeit als Gewinner hervorgehen. Das gilt übrigens auch für die Führungskräfte in den Unternehmen!

Weiterhin unverzichtbar – emotionale Positionierung

Somit kann das Fazit nur lauten, die Arbeitgebermarke gehört weiterhin in den Mittelpunkt der HR-Aktivitäten. Warum? Das kann man sehr gut aus dem Buch von Sascha Lobo ableiten: Realitätsschock. Nicht nur in der gefühlsgetriebenen Corona Zeit ist Emotionalität die Basis für die Kommunikation und das Marketing in sozialen Netzwerken.

Auch FutureBiz greift in dieser Woche mit einem Beitrag zum Social Media Marketing das Thema auf. Persönliche Einstellungen und die daraus resultierenden Beziehungen sind entscheidender denn je. Der Homo Emotionalis geht Beziehungen nur dann zu Marken ein und entscheidet sich für deren Produkte und Dienstleistungen, wenn sie sich persönlich gut und richtig anfühlen. Rationale Kaufentscheidungen werden dabei immer öfter durch emotionale und auf Gefühlen basierende Entscheidungen ersetzt. Social Media Marketing versucht viel zu selten diese Gefühle zu erwecken. Wenn es versucht wird, dann leider oftmals nur halbherzig, unglaubwürdig und austauschbar. Dem ist auch in Bezug auf die Kommunikation der Arbeitgebermarke nichts hinzuzufügen.

Diese Erkenntnis hat aus meiner Sicht nichts mit dem Corona Virus zu tun, sondern hat Allgemeingültigkeit.

#BeBranded und bleiben Sie weiterhin gesund

Ihr Christian Runkel

Personal Branding | Angst und negative Gefühle als Inkubator für den zukünftigen Erfolg

Personal Branding | Angst und negative Gefühle als Inkubator für den zukünftigen Erfolg

Was haben negative Gefühle mit Erfolg zu tun haben, mögen Sie sich sicherlich spontan fragen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, gewinnt aber in der aktuellen Corona Phase zunhemend an Bedeutung. JA! Ich habe mich dazu entschlossen, ab dieser Woche – der Woche 7 der Pandemie – auf das Wort KRISE zu verzichten. Es ist schon erstaunlich wie schnell ein Wort mit negativer Prägung zum ganz alltäglichen Umgangswort wird und sich im Kopf festsetzt.

Die Folgen der Corona Pandemie, Angst vor Infektion, Angst vor Vereinsamung, vor Kurzarbeit, Angst seinen Arbeitsplatz zu verlieren, hinterlassen bei jedem in ganz unterschiedlicher Ausprägung ihre Spuren. Beginnend mit der Unsicherheit beschleicht uns schnell das ungute oder negative Bauchgefühl, das sich langsam im Kopf verankert und bis zur Handlungsunfähigkeit, Gereiztheit oder agressiven Reaktionen führt.

In Krisenzeiten, oder auch bei neuen, als überdomensioniert erscheinenden Herausforderungen im Beruf, geraten wir schnell in den Überlebensmodus, der in uns aus der Evolution verankert ist. Dieser Modus löst nicht selten körperliche Reaktionen in uns aus. Früher haben uns diese Reaktionen überleben lassen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Mit dem Umschalten in den Kreativmodus, lässt sich die Krise nicht nur überwinden, sondern kann uns langfristig stärker und erfolgreicher machen.

Vom Überlebensmodus und Kreativmodus: 2 Beispiele aus meiner Praxis

Aus meinen Gesprächen mit Mentees in den letzten Wochen möchte ich an zwei Beispielen die Unterschiede der beiden Modi verdeutlichen, aber aber Ihnen auch einige Tipps mit auf den Weg geben.


Beispiel 1,

nennen wir ihn Wolfgang. Wolfgang hat eine bisher brilliante Laufbahn hinter sich. Als Ingenieur mit Masterstudium hat er schnell nach seinem Studienabschluss immer mehr Verantwortung im Bereich technische Produktentwicklung übernommen. Die klassische Laufbahn vom Junior, über die Projektleitung bis zur ersten Führungsaufgabe mit einem festen Team. Auch privat lief es gut. Das erste Kind kündigte sich an, die Wohnung war für den zukünftigen Bedarf zu klein. Man enstchied sich ein Haus außerhalb des Ballungszentrum zu kaufen. Dann lockte der Karrieresprung, ein Wechsel zu einem renommierten, mittelständischen Maschinenbauunternehmen würde neben der neuen Herausforderung auch weitere finanzielle Entlastung bringen. Wolfgang entschied sich, das Angebot zu Beginn des Jahres anzunehmen. Heute, 4 Monate später, ist die Begeisterung der puren Existenzangst gewichen. Erst Home-Office mit den alltäglichen familiären Herausforderungen, dann Kurzarbeit und anschließend noch das Gespräch mit dem Vorgesetzten. Dieser machte deutlich, dass das Unternehmen aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten neben der Kurzarbeit plane, verschiedenene Bereiche neu zu strukturieren. Sein Bereich gehört dazu. Inwieweit er seine Erfahrung und Kompetenz weiterhin einbringen kann, stehe noch nicht fest. Wolfgang fühlt sich, nach einer Berufsphase ohne nennenswerte Hindernisse, wie im freien Fall. Wolfgang befindet sich im Überlebensmodus. Gemeinsam sprechen wir über den Weg in den Kreativmodus.

Beispiel 2,

nennen wir ihn Frank. Frank hat über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Sales und Business Development in verschiedenen Branchen gesammelt. Er ist heute Vice President Sales für die Region DACH. Auch sein Unternehmen hat es hart getroffen. Ein Umsatzeinbruch von 80 Prozent, sowie die Schließung der Produktion aufgrund von Lücken in der Supply Chain, haben zu großer Verunsicherung bei seinem Team geführt. Doch Frank bleibt gelassen, er sieht seine Aufgabe jetzt darin, seinem Team den Rücken zu stärken. Wieso bleibt Frank so entspannt? Frank hat in der letzten Wirtschaftskrise 2009 durch Insolvenz seines Arbeitgebers seinen Arbeitsplatz verloren, mit allen Folgen wirtschaftlicher und privater Natur. Aus Existenzangst nahm er ein Job-Angebot an, was eigentlich gar nicht zu ihm passte. Die Konsequenz, nach zwei Jahren war wieder Schluss, der Lebenslauf schien in Gefahr. Frank kämpfte sich auch aus dieser Krise heraus. Er hat gelernt den für ihn geeigneten Weg vom Überlebens- in den Kreativmodus zu finden. Davon profitieren jetzt sogar seine Mitarbeiter.

Diese Beispiele, insbesondere das Beispiel von Frank machen deutlich, dass Krisensituationen durchaus wie ein Inkubator für zukünftigen Erfolg wirken können. Wer Krisen durchlaufen hat, seine Resilienzfaktoren kennt und bereit ist diese zu trainieren, der ist zukünftigen Herausforderungen besonders gut gewachsen.

Auch nach Corona wird die Zeit der Unsicherheit und Herausforderungen nicht einfach vorbei sein. Unsicherheit, zunhemende Komplexität, Volatilität und Mehrdeutigkeiten werden unsere Wirtschaftswelt nach Corona weiter beschleunigen. Vor diesem Hintergrund ist die Resilienzanalyse und ein entsprechendes Umsetzungstraining ein bewährter Bestandteil meines 7-stufigen Career Brand Mentoring Programms. Denn Resilienz ist ein Basisfaktor für erfolgreiches Personal Branding.

5 Tipps für den Übergang in den Kreativmodus

  • Sorgen Sie für regelmäßige Entspannung. Schalten Sie ab, schmeißen Sie die negativen Gedanken über Bord. Sport und Meditation können ein geeigneter Weg sein.
  • Machen Sie den berühmten Schritt zurück und analysieren Sie die aktuelle Situation.
  • Fragen Sie sich konkret, welche Ereignisse, Worte, Nachrichten, welche Emotionen in Ihnen auslösen.
  • Reflektieren Sie, wie Sie frühere Krisen erlebt haben und was Sie Positives mitgenommen haben.
  • Gehen Sie eine motivierende Zukunftsplanung an.

Das haben Sie alles in den letzten Wochen oder auch Monaten schon gehört? Wunderbar, dann fehlt ja nur noch die Umsetzung. Doch wenn wir mal ehrlich zu uns selber sind, dann ist das einfacher gesagt als getan. Der Grund dafür ist relativ einfach, es gibt keine Blaupause der Maßnahmen. Diese müssen individuell entwickelt und trainiert werden. So wie im Sport auch, empfiehlt sich hierfür ein guter Trainer, der die Umsetzungsbegleitung professionell vornimmt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf dem Weg in Ihren ganz persönlichen Kreativmodus.

Ihr Christian Runkel