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Personal Branding: Dein Gefühl ist dein bester Freund

Personal Branding: Dein Gefühl ist dein bester Freund

Aus meiner Karriere-Mentoring Praxis

„Was soll ich jetzt machen – was würdest du mir raten?“, fragte mich in der letzten Woche ein Mentee mit dem ich seit 6 Monaten zusammenarbeite. Meine Antwort hörte sich weniger wissenschaftlich oder psychologisch fundiert an. Sie lautete „Mach das, wobei du ein wirklich gutes Bauchgefühl hast. Ein Bauchgefühl, bei dem du Ruhe und Zufriedenheit verspürst.“

Was war der Hintergrund der Frage?

Nach der gemeinsamen Entwicklung seiner Personal Brand und einem nicht immer ganz einfachen Ringen um die Definition seiner beruflichen Ziele, stand mein Mentee vor der Frage, ob er versucht seine beruflichen Ziele für das Zeitfenster der nächsten 5 Jahre bei seinem derzeitigen Arbeitgeber zu erreichen? Es hatte sich dort eine weitere Karriereperspektive für ihn eröffnet. Auf der anderen Seite hatte er eine Anfrage von einer Personalberatung vorliegen. Die zu besetzende Position hörte sich so an, als wenn die darin dargestellten Verantwortungsbereiche seine Ziele abdecken können. Durch die intensive Vorbereitung auf das Gespräch, in der wir verschiedene Gesprächsszenarien durchgespielt hatten, ging er voller Selbstvertrauen und mit einer klaren Zielrichtung zu seinem Termin. Nach der ersten Gesprächsrunde kam er in die engere Auswahl, war aber nach den Informationen, die er gewonnen hatte nicht mehr ganz so euphorisch. Nun war für ihn die Frage, ob er in die nächsten Gesprächsrunde mit dem zuständigen Vorstand gehen soll, oder nicht?

Konsequent erarbeiteten wir eine Stellen-SWOT-Analyse und verglichen die externe Möglichkeit mit der internen Option auf der Basis seiner vorher definierten Ziele und seiner Persönlichkeit, respektive Identität. Es gab keinen klaren Gewinner. So kam es zu der Frage und meiner Antwort. Sein Bauchgefühl sprach eindeutig für weitermachen und damit die interne Option konsequent weiterverfolgen.

Doch warum ist das Bauchgefühl für eine starke Personal Brand so wichtig?

Unser Gefühl ist häufig das Ergebnis aus unseren Lebenserfahrungen, positiver und negativer Natur, sowie unseren Werten, aber auch das was uns motiviert und antreibt, also unsere inneren Ziele und Wünsche. Starke Personenmarken sind in der Lage sich auf ihr berufliches und privates Gefühl zu fokussieren. Das heißt sie setzen ihre Energie zielgreichtet auf diesen Punkt ein. So werden sie energiegeladen, selbstbewußt, klar in der Meinung und Positionierung wahrgenommen. Es gelingt ihnen das Gefühl immer häufiger und spürbarer bei ihren Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten oder auch Kunden zu hinterlassen, wir sprechen auch vom emotionalen Gefühl der Personenmarke. Studien haben zudem verdeutlicht, dass Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind dieses Gefühl, die Emotion als Personal Brand zu transportieren, loyalere Kunden, Mitarbeiter oder Kollegen haben. Sie werden als hochwertigere Partner angesehen.

Das individuelle Gefühl ist ist somit auch als Nutzen der Persönlichkeitsmarke anzusehen. Der Nutzen der Personal Brand ist die Wirkung, die sie bei anderen Menschen hinterlässt. Sie macht einen Unterschied.

Diese positive Erfahrung konnte auch mein Mentee in seinen Gesprächen machen. Vielfach fokussiert man sich gerade in „Vorstellungsgesprächen“ (ein nicht mehr zeitgemäßer Begriff, wie ich finde, der aber immer noch verwendet wird) in der Wirkung zu selten auf den emotionalen Aspekt und zu häufig auf den rationalen: auf Daten, Fakten, Zahlen. So wird es immer noch gelehrt, der „perfekt“ dargestellte Lebenslauf, die Erfolge in Wort und schönen Grafiken dargestellt, das Anschreiben oder Motivationsschreiben mit Fakten und wenig authentischen Argumenten vollgepackt. Dabei ist die Aufnahme von Emotionen für unsere Mitmenschen um ein Vielfaches leichter.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Gefühle

Wir können kognitiv nur 40–50 Bits pro Sekunde bewusst aufnehmen. Unser Unterbewusstsein jedoch nimmt bis zu 11 Mio. Bits pro Sekunde wahr
(Hill 2009). Wir nehmen also 200.000 Mal mehr Emotionen unterbewusst auf als Daten, Fakten, Zahlen (Spall, Schmidt 2019). Genau dieser Aspekt belegt, wieviel wichtiger eine emotional transportierte Karriere-Story ist, als ein perfekt formulierter Lebenslauf mit Daten, Zahlen, Fakten.

Der Psychologe McDougall unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärgefühle, die in abgeleiteter bzw. kombinierter Form zu komplexeren und individuelleren Gefühlen werden (Meyer et al. 1997). Fakt ist jedoch, dass es in der heutigen Wissenschaft keinen eindeutigen Kenntnisstand darüber, wie viele Gefühle es tatsächlich gibt.

Aber in einem ist sich die Wissenschaft einig: Die zentrale Funktion von Gefühlen besteht darin, uns Informationen darüber zu liefern, ob eine Situation, Person, ein Objekt oder ein Sachverhalt gut oder schlecht für uns ist. Diese Information bildet die Grundlage für alle Entscheidungen, die wir treffen, und sie bestimmt unser Handeln (Spall, Schmidt 2019).

Fazit und Ratschlag

Dieses fällt für mich eindeutig und klar aus. Es mündet im Titel dieses Beitrages. Verlass dich auf dein Bauchgefühl! Aber immer unter der Voraussetzung, dass diesem Vertrauen auf das eigene Gefühl eine sorgfältige Analyse aller bekannten Fakten vorausgeht. Zu diesen Fakten gehört die kritischen Reflektion der persönlichen Lebenserfahrungen (beruflich und privat), des eigenen Marken-Kerns in Kombination mit der Identität und den Zielvorstellungen. Somit kann das Bauchgefühl zum besten Freund im Rahmen eines strategischen Karrieremanagements werden.

Mehr zu diesem Thema, insbesondere zum Personal Branding, gibt es auch in meinem aufgezeichneten Online-Seminar, oder meinem Online Kurs „Aus innerer Stärke zur .

#BeBranded – denn deine Marke macht den Unterschied

Ihr Christian Runkel

#BeBranded Podcast | Die Unternehmenskultur frisst ihre Kinder

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Fach- und Führungskräfte werden häufig im Stich gelassen

In der neuen Episode von #BeBranded geht es in dieser Woche indirekt um Employer Branding. Es geht vielmehr um die Unternehmens- und Führungskultur und deren Auswirkung auf Fach- und Führungskräfte.

Ja stimmt – da sind wir dann doch unmittelbar beim Employer Branding, denn die gelebte, nicht die niedergeschriebene Unternehmens- und Führungskultur, gehört zu den wesentlichen Merkmalen einer erfolgreichen oder weniger erfolgreichen Arbeitgebermarke.

Die bekannte Aussage „Die Revolution frisst ihre Kinder“ hat mich zu der These geführt „Die Unternehmenskultur frisst ihre Kinder“.

Wie diese These entstanden ist, was eine selbst durchgeführte Marktforschung damit zu tun und warum dies die Idee eines weiteren Podcast hervorgerufen hat, darum geht es in dieser in dieser Episode.

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